4. Konzeptionelle Mündlichkeit und Schriftlichkeit

4.1. Einleitend

 

Internet Relay Chat stellt eine neue Kommunikationsform dar, die neben den ihm spezifischen Formen viele Merkmale der gesprochenen Sprache aufweist. Ähnliche Merkmale können zwar auch Privatbriefe (wie auch E-Mails) aufweisen, jedoch nicht in dieser Vielfalt und in diesem Umfang. Zum Beispiel sind der Gebrauch der Interjektionen, das phonetische Schreiben sowie Ellipsen in Privatbriefen nicht üblich bzw. möglich.

 

Ferrara et al.[16] bezeichnen diese neue Kommunikationsform als “Interactive Written Discourse” (IWD). Sie sei eine Mischform, die sowohl der Sprechsprache als auch der Schriftsprache ähnlich ist. Der IWD weise gleiche Elemente auf, wie die Sprache der Postkarten, Überschriften und Telegramme[17].

Es ist bei der IRC-Sprache eine Anpassung zu beobachten, die Ferrara et al.[18] folgenderweise beschreibt:

 

“When confronted with a new situation, people draw on previous knowledge of partially activities to form an amalgam. Similarly, it appears that competent users of language have an extended language repertoire, and when new situations arise, they create new appropriate language varieties out of existing language varieties: they form hybrids”

 

Es stellt sich die Frage, wie solche eindeutig umgangssprachliche Formen in einer graphischen Kommunikationsform möglich sind. Interjektionen beispielsweise brauchen einen Kontext, der normalerweise nur in einer Gesprächssituation vorhanden ist oder eine solche nachahmt (z.B. die direkten Reden in Literatur).

 

In diesem Kapitel wird auf Basis des sprachtheoretischen Modells von Peter Koch und Wulf Oesterreicher[19], das zwischen dem Medium und dem Duktus der Produktion unterscheidet, versucht, die IRC-Sprache einzuordnen. Dieses Modell wird auch zur Untersuchung der Interjektionen im IRC herangezogen.

4.2. Medium vs. Konzeption

 

Wie oben angedeutet, bedürfen viele Phänomene der gesprochenen Sprache eines besonderen Kontextes, in dem sie stehen müssen um richtig interpretiert und verstanden zu werden. Hier handelt es sich um Kommunikationsbedingungen einer Interaktionssituation,[20] die ihre Wirkung auf die unterschiedlichen Kommunikationsformen haben und ein Kontinuum zwischen zwei Endpunkten bilden. Zwischen den Endpunkten steht eine breite Palette verschiedener Genren, verschiedener Konzeptionen. Die Endpunkte werden von Koch/Oesterreicher nach Vorbild von Ludwig Söll[21] (konzeptionelle) Mündlichkeit und (konzeptionelle) Schriftlichkeit genannt. Söll nennt sie auch code parlé und code écrit[22]. Als typische Repräsentanten der Endpunkte können z.B. eine Alltagsdiskussion und ein Gesetzestext erwähnt werden.

Die Konzeption, die Art und Weise des Ausdrückens unterscheidet sich je nach Medium und Kommunikationsmittel, das seinerseits eine Dichotomie bildet: eine Äußerung wird entweder geschrieben oder gesprochen[23]. Ein Mediumwechsel wird hier nicht beabsichtigt, der z.B. beim Vorlesen eines Gedichts oder bei dem Transkribieren eines Gesprächs vorläge.

4.3. Die Kommunikationsbedingungen

 

Nach Peter Koch liegen den Kommunikationsbedingungen verschiedener Konzeptionen  folgende Aspekte zugrunde[24]:

 

Soziale Nähe bzw. Distanz:

              Der Vertrautheitsgrad der Kommunikationspartner, öffentliche bzw. private

              Kommunikationssituation, die Menge des gemeinsamen Wissens, Anzahl

              der Rezipienten usw.

 

Referentielle Nähe bzw. Distanz:

              Intensität der personalen, örtlichen und zeitlichen Referenz  (Bezug auf

              das Ich-Jetzt-Hier-Origo)[25]

 

Physische Nähe bzw. Distanz:

              Befinden sich die Kommunikationspartner im gleichen Ort oder in

              verschiedenen Orten, findet die Produktion und die Rezeption gleichzeitig

              oder mit einem Zeitabstand statt?

 

Am bedeutendsten für die Konzeption ist der Aspekt der sozialen Nähe bzw. Distanz, der am stärksten zur Gestaltung der Äußerungen beiträgt[26]. Ein Privatbrief beispielsweise zeigt trotz physischer Distanz Merkmale sozialer Nähe (z.B. vertraute Anrede) und referentieller Nähe (der Bezug auf Ich, Jetzt und Hier ist in Maßen möglich). Ein Geschäftstelefonat dagegen zeigt eher soziale Distanz trotz physischer (zeitlicher) und referentieller Nähe.

 

Die soziale Nähe wirkt sich am stärksten auf die Art und Weise der Kommunikation aus, weil sie dem Gespräch bzw. dem Schreiben den vertrauten bzw. nichtvertrauten Rahmen verleiht. Die Rahmen ihrerseits ermöglichen den Einsatz der im jeweiligen Genre zulässigen Ausdrücke, der angemessenen Wortwahl, Gestik bzw. textuellen Mittel u.v.a.

4.4. Parameterwerte zur Darstellung der Kommunikationsbedingungen

 

Genauer lassen sich die unterschiedlichen Kommunikationsbedingungen anhand der Parameterwerte von Peter Koch und Wulf Oesterreicher beschreiben, deren verschiedene “Mischungsverhältnisse” sich aus der jeweiligen Sprech- bzw. Schreibsituation ableiten und mit denen sie sich kategorisieren und beschreiben lassen. Koch und Oesterreicher[27] führen die folgenden 10 Parameterwerte an:

 

a)    der Grad der Öffentlichkeit, für den die Zahl der Rezipienten (vom Zweiergespräch bis hin zur Massenkommunikation) sowie die Existenz und Größe eines Publikums relevant ist.

 

b)    der Grad der Vertrautheit der Partner, der von der vorgängigen gemeinsamen  Kommunikationserfahrung, dem gemeinsamen Wissen, dem Ausmaß an Institutionalisierung der Kommunikation usw. abhängt.

 

c)    der Grad der emotionalen Beteiligung, die sich auf den/die Partner (Affektivität) und/oder auf den Kommunikationsgegenstand (Expressivität) richten kann.

 

d)    der Grad der Situations- und Handlungseinbindung von Kommunikationsakten

 

e)    der Referenzbezug, bei dem entscheidend ist, wie nahe die bezeichneten Gegenstände und Personen der Sprecher-origo (ego-hic-nunc) sind.[28]

 

f)     die physische Nähe der Kommunikationspartner (face-to-face-Kommunikation) vs. physische Distanz in räumlicher und zeitlicher Hinsicht.

 

g)    der Grad der Kooperation, der sich nach den direkten Mitwirkungsmöglichkeiten des/der Rezipienten bei der Produktion des Diskurses bemißt.

 

h)    der Grad der Dialogizität, für den in erster Linie die Möglichkeit und Häufigkeit einer spontanen Übernahme der Produzentenrolle bestimmend ist (der Dialogizität in einem weiteren Sinne können Phänomene wie `Partnerzuwendung´ subsumiert werden; s.a. c) und e)).

 

i)          der Grad der Spontaneität der Kommunikation.

 

j)          der Grad der Themenfixierung.

 

Zu den oben genannten Parametern von Koch und Oesterreicher kann noch der folgende hinzugefügt werden, der mit den Parametern a), b), und c) zusammenhängt und als ein zusätzlicher Faktor zur Mündlichkeit bzw. Schriflichkeit beiträgt.

 

k)       Informalität vs. Formalität der Kommunikationssituation beeinflußt die Art und Weise des Sprechens bzw. Schreibens, z.B. Alltagsdiskussion vs. Bundestagsrede bzw. Postkarte vs. Gedenkschreiben.

4.5. IRC-Sprache und das Koch-Oesterreichersche Konzept

 

Im folgenden werden die oben genannten Parameterwerte auf dem IRC angewandt (insbesondere auf die Sprachform des Channels #germany).

 

a)    Privatheit vs. Öffentlichkeit

       Der Channel #germany ist wie die meisten IRC-Channels offen für alle IRC-Benutzer und insofern öffentlich, als er mit Hilfe einer entsprechenden Software und eines Modems über verschiedene IRC-Server jedem zugänglich ist. Von einer Öffentlichkeit im eigentlichen Sinn kann nicht gesprochen werden, da die Diskussion nicht durch ein Massenmedium wie Radio und Fernsehen dem breiten Publikum übertragen wird.

       Neben der Öffentlichkeit ist auch eine private Diskussion möglich. Man kann sich durch einen Befehl mit einem Teilnehmer privat unterhalten. Bei den anderen Teilnehmern erscheint dieser Dialog nicht auf dem Bildschirm. Beide Parameterwerte sind also im IRC zu betrachten, von denen der der “Nicht-Öffentlichkeit” für die offene Diskussion bezeichnend ist.

 

b)       Vertrautheit vs. Fremdheit der Partner

       In einem Channel können sich gleichzeitig Teilnehmer befinden, die miteinander sehr gut befreundet sind, auch im sog. real-life, oder aber auch solche, die den Channel zum ersten Mal besuchen. Der Vertrautheitsgrad zwischen den Teilnehmern läßt sich nicht verallgemeinern, aber im großen und ganzen kann man eine vertraute Stimmung feststellen. Es ist im allgemeinen leicht, sich in eine Gruppe zu integrieren. Als ein entscheidender Faktor in der Gestaltung der vertrauten Atmosphäre im Channel bzw. im IRC ist ein allgemeines Zusammengehörigkeitsgefühl zu sehen. Dieses Gefühl ist auf das Alter der Teilnehmer zurückzuführen. Es handelt sich meist um 14 – 25 Jahre alte Jugendlichen. Sie brauchen keine Autoritäten (Erwachsenen) zu berücksichtigen und können daher sprachlich frei und ungehemmt miteinander umgehen.

 

c)    Starke vs. geringe emotionale Beteiligung

       Auf den/die Partner gerichtet (Affektivität):

       Die Affektivität hängt von dem Vertrautheitsgrad zwischen den Kommunikationspartnern ab. Die für den IRC typischen Smileys oder Emoticons bzw. Ideogramme, wie sie von M. Haase et al.[29] genannt werden, werden aber relativ unabhängig von dem Vertrautheitsgrad verwendet, um Gefühle, Einstellungen u.ä. auszudrücken. Sie gehören inzwischen zu den weitverbreiteten Konventionen des IRCs.

 

 

       Auf den Kommunikationsgegenstand gerichtet (Expressivität):

       Für die Expressivität gilt das gleiche wie für die Affektivität.

 

       Im allgemeinen kann man einen gelassenen, ungehemmten Umgang sowohl mit affektiven als auch expressiven Ausdrücken feststellen. Äußerungen werden oft mit Smileys versehen und manchmal reicht lediglich ein Smiley zum Ausdruck positiver Gedanken und Gefühle.

       Auch in #germany ist ein ungehemmter Umgang mit den expressiven Ausdrücken festzustellen: Es ist anscheinend leichter sich negativ oder kritisch zu äußern, wenn man nicht vor der direkten Gefahr steht, sein Gesicht zu verlieren. Folgende Beispiele verdeutlichen dies:

 

   * realitee findet, man sollte alle CSU´ler in der Pisse vom Oktoberfest ertraenken

 

       Im Zusammenhang mit einer Diskussion über den Channel und seine Teilnehmer kam folgende Aussage zustande:

 

   <realitee> trips: der channel ist eh kacke, also was soll`s.

 

       Im IRC sollte man aber beim Umgang mit starken Ausdrücken und Formulierungen vorsichtig vorgehen, da dort die für eine Gesprächssituation typischen nonverbalen und paraverbalen Ausdrucksmöglichkeiten fehlen, durch die man Äuberungen abtönen oder modalisieren kann. Im IRC sind Smileys und Asterisk-Ausdrücke nicht immer ausreichend, um stark expressive und affektive Ausdrücke zu modalisieren.

 

       Für die affektiven Ausdrücke gilt Änhliches: So werden z.B. an Teilnehmer virtuelle Rosen als Zeichen positiver Gedanken bzw. Gefühle geschickt:

 

   @-`--,---

 

       oder aber:

 

   <Korn> quattro: du solltest dir solche bemerkungen lieber sparen – auch in deinem interesse

 

       und

 

   <Charlie> Korn: der Penner wird immer schlimmer  ;)

 

d)    Starke vs. geringe Situations- und Handlungseinbindung von Kommunikationsakten

       Die Kommunikationsakte im IRC sind nur sehr gering in eine Situation oder eine Handlung eingebunden, mit Ausnahme von der Kommunikationssituation an sich. Mögliche Einbindung zu einer Situation oder einer Handlung wäre z.B. das Testen des Fungierens einer Software o.ä., bei dem etwa Kommunikationsakte wie Kommentare, Bitten, Befehle etc. vorkommen würden.

 

e)    origo-naher vs. origo-ferner Referenzbezug[30]

       Der Referenzbezug im IRC ist vorwiegend origo-nah: Man bezieht sich auf Ich und Jetzt. Der Ich-Bezug kann neben der 1. Person Sg. auch in der 3. Person Sg. erfolgen:

 

   * MacGee treibt sich zz im i-cafe rum...

 

       Durch eine ungenaue Ortsdeixis können Mißverständnisse hervorgerufen werden, wie das Beipiel von M. Haase et al. zeigt[31]:

 

   <Karin> Horst: Gleich wird Theo herkommen.

   <Horst> Karin: Hier in den IRC?

<Karin> Horst: Nein, er kommt mich besuchen für das Wochenende

 

f)     physische Nähe vs. Distanz der Kommunikationspartner

       Im IRC ist immer eine räumliche Distanz vorhanden, die lediglich ein paar Kilometer oder aber auch tausende von Kilometern betragen kann. Das gleiche gilt für die Telefongespräche.

       Von einer zeitlichen Distanz kann nicht gesprochen werden, denn die Übertragung des jeweiligen Textes bzw. der jeweiligen Äußerung dauert kaum eine Sekunde nachdem man die Enter-Taste betätigt hat. Eine Art zeitliche Distanz entsteht dagegen zwischen dem Erscheinen der einen Äußerung auf dem Bildschirm und der Produktion der nächsten Äußerung bzw. der Antwort. Anders als beim Sprechen erfährt der Rezipient die Äußerung des Senders erst, wenn sie fertig eingetippt ist und nicht wie beim Sprechen sukzessive im Laufe der Produktion. (Dies hängt eng mit dem Gebrauch der Interjektionen zusammen (genauer im Kap. 6).

 

g)    Intensive vs. geringe Kooperation

       Teilnehmer einer IRC-Diskussion können auf den Diskussionsverlauf einwirken, indem sie Rückfragen stellen oder um Erklärung bitten. Zwar ist diese Möglichkeit insofern begrenzt, daß die Rückfragen u.ä. erst nach dem Erscheinen der ganzen Äußerung des Partners  möglich sind, jedoch nicht im Laufe der Produktion (wie es beim Reden der Fall ist. s. o.).

       Auch mit diesem Aspekt hängen die Interjektionen zusammen: Die Interjektionen, die als sog. Back-Channel -Signale[32] fungieren (z.B. hm und ach ja), sind im IRC wegen der technischen Bedingungen zumindest nicht in einer direkt der mündlichen Sprache entsprechenden Funktion möglich, denn solche und ähnliche Hörersignale können nur beim Sprechen simultan zur Produktion geäußert werden. Dadurch kann der Hörer im direkten Gespräch seine Aufmerksamkeit, seine Einverständnis u.ä. im Laufe der Produktion durch den Sender zum Ausdruck bringen.

 

 

 

h)       Dialogizität vs. Monologizität

       Im IRC herrscht eine starke, einem authentischen Gespräch ähnliche Dialogizität. Jedoch ist eine der gesprochenen Sprache entsprechende aktive und spontane Übernahme der Sprecherrolle nicht möglich, da beim IRC die Hörersignale und Wechselsignale nicht vorhanden bzw. möglich sind. Der Gesprächpartner kann aber zum Sprechen oder Antworten aufgefordert werden, was seinerseits zur Dialogizität führt.

       Peter Koch versteht unter Dialogizität eine “spontane Übernahme der Produzentenrolle”[33]. Allgemeiner gesehen kann man unter Dialogizität ein Sprecherwechsel verstehen: wenn eine Diskussion oder ein Dialog von einem anderen fortgesetzt wird, sei es freiwillig oder nach einer Aufforderung, liegt ein Sprecherwechsel vor. 

 

i)       Spontaneität vs. Reflektiertheit der Kommunikation

       Die Äußerungen werden kaum geplant, was mit dem schnellen Tempo der Interaktion und dem sprechsprachlichen Charakter der Kommunikation zusammenhängt. Spontaneität und eine sehr geringe Planung lassen sich beispielsweise an Tippfehlern, an zahlreichen Smileys und anderen konventionellen Mitteln erkennen.

 

j)     freie Themenentwicklung vs. starke Themenfixierung

       Für den IRC ist eine freie Themenentwicklung charakteristisch. In einem Channel können mehrere Diskussionsthemen gleichzeitig geführt werden, die alle auf dem Bildschirm erscheinen und sich räumlich gesehen überlappen. Ein Teilnehmer kann an mehreren Diskussionen teilnehmen, indem er (A) z.B. sich  mit B und C über das Thema X unterhält, mit den Teilnehmern D und E über das Thema Y diskutiert und den Teilnehmer F nach Information über Z fragt. Neben diesen Diskussionen können noch weitere Diskussionen oder Äußerungen von anderen Teilnehmern vorkommen. (Siehe Anhang.) Es können sich auch zwei Teilnehmer gleichzeitig über zwei verschiedene Themen unterhalten. Dies ist beim phonischen Mittel nicht möglich. Die Diskussionen können beide im Channel oder die eine im Channel und die andere im privaten Fenster geführt werden.

 

k)       Informalität bzw. Formalität der Kommunikationssituation

       Eine IRC-Diskussion kann man mit dem Parameter informell bezeichnen, wie sich auch aus den Parametern a), b) und c) schließen läßt. Der Umgang zwischen den Partnern zeigt Gelassenheit und Vertrautheit, die nur in einer informellen Kommunikationssituation möglich sind.

4.6. Zusammenfassung der Parameterwerte im IRC

 

Zusammenfassend läßt sich IRC-Kommunikation folgenderweise darstellen:

In den Nähebereich sind folgende Parameterwerte einzuordnen:

 

a) privat bzw. nichtöffentlich

b) Vertrautheit der Partner

c) starke emotionale Beteiligung

d) (begrenzte) Situations- und Handlungseinbindung

e) origo-naher Referenzbezug

f) zeitliche Nähe

g) relativ intensive Kooperation

h) Dialogizität

i) Spontaneität

j) freie Themenentwicklung

k) informelle Kommunikationssituation

 

Im Distanzbereich ist lediglich der folgende Wert festzustellen:

f) räumliche Distanz

 

Aus den aufgeführten Parametern läßt sich erkennen, daß eine IRC-Diskussion einem Alltagsgespräch sehr nahe steht. Der wesentliche Unterschied zwischen der IRC-Sprache und der Alltagsdiskussion liegt neben dem Medium darin, dab bei der IRC-Sprache eine räumliche Distanz besteht und bei der Alltagsgespräch eine räumliche Nähe oder Distanz ( face-to-face-Kommunikation vs. Telefongespräch) gegeben ist.

 

Es sind im IRC beinahe die gleichen Bedingungen und Möglichkeiten vorhanden wie beim Sprechen was zur Folge hat, daß auch die Ausdrucksweisen ähnlich sind. Zwar fehlen dem IRC aufgrund der räumlichen Distanz die herkömmlichen nonverbalen und paraverbalen Mittel, die man aber durch die nur im IRC möglichen Mittel wie Smileys und Akronyme zu ersetzen versucht.